Amazon SEO / Amazon Optimierung

Wie man durch Amazon SEO die Umsätze steigert.

In den Anfangszeiten war SEO bei Google eher simpel gestrickt und die Suchergebnisse ließen sich leicht beeinflussen. Doch der Konzern hat in den letzten 15 Jahren einiges dazugelernt. Es erfolgten Updates mit so wohlklingenden tierischen Namen wie Panda, Penguin oder Hummingbird, was die Suchmaschinenoptimierung bei Google komplexer oder eben auch deutlich zeitaufwendiger gemacht hat. Während sich in puncto SEO alles um den Internetriesen drehte, war die Entwicklung bei Amazon lange nur Insidern bekannt. Denn bei Amazon können Marktplatzoptimierungen (MPO) durchgeführt werden, um damit die Suchergebnislisten zu gestalten und anzupassen. Insofern haben Google und Amazon gemeinsam, dass beide die jeweils relevantesten Ergebnisse oben platziert sehen wollen.Amazon LogoErstklassiger Content mit den passenden Keywörtern bildet immer eine gute Basis, doch es kommt noch auf viel mehr an. Denn Amazon zeigt bezüglich SEO eine etwas andere Marschrichtung. Den gigantischen Internetmarktplatz interessiert vor allem der Verkauf seiner Produkte und die der unzähligen, mit Amazon kooperierenden Händler, die mitgeholfen haben, das Onlineshoppingportal zu einem Global Player zu machen. Google hingegen setzt vor allem auf den Verkauf von Werbeanzeigen und hierbei zählen Faktoren wie Klickdaten und Verweildauer. Die ersten drei bis fünf Treffer erhalten von den Usern die meisten Zugriffe. Auch bei Amazon bekommt die Top Five die meisten Klicks, aber hier zählt nur, ob und wie viel verkauft wird. Springt der Kunde also an und nach dem Aufrufen des entsprechenden Produktes findet der Kauf statt, steigen die Chancen auf ein besseres Ranking. Amazon-SEO ist natürlich weit komplexer als diese Darstellung und verlangt daher, auch für interessierte Onlinehändler, nach einer ausführlichen Erklärung.

Wie unterscheidet sich das Suchverhalten bei Google und Amazon?

Vor noch einiger Zeit (im letzten Jahrtausend) gab es mehrere große Suchmaschinen. Heute steht Google Synonym für Suchmaschinen. Wer dieser Tage etwas im Internet recherchiert, sucht nicht, sondern er googelt. Der Siegeszug der Suchmaschine begann um 1998 herum und mittlerweile benutzt fast die ganze Welt nichts anderes. Dabei gibt es mit Amazon jemanden, der mit viel mehr Produktsuchen aufwarten kann als Google. Nahezu unbemerkt hat sich die Shoppingplattform zu der Produktmaschine schlechthin gemausert. Das ist natürlich ein großes Potenzial, den Umsatz zu steigern. Doch der Clou ist, dass die Produktsuche bei Amazon ziemlich leicht zu optimieren ist. Schließlich funktioniert SEO (Search Engine Optimization) hier ebenso wie überall sonst, wo ein Algorithmus die Suchergebnisse nach verschiedenen Faktoren sortiert und auflistet. Die Suchmaschine von Amazon nennt sich A9 und hat so ziemlich die identische Suchausstattung wie Google. Allerdings mit dem kleinen Unterschied, dass bei Amazon das Suchverhalten fundamental anders ist. Bei Google wird nach Informationen und der Lösung von Problemen gesucht, bei Amazon geht es ausschließlich darum, Produkte zu suchen, zu finden und schlussendlich zu kaufen. Das verursacht eine Menge Traffic, denn alleine Amazon Deutschland weist 160 Millionen bestellbare Produkte aus. Jedes Jahr verzeichnet der Onlineshoppinggigant weltweit zwei Milliarden Verkäufe und die meisten von ihnen begannen nicht bei Google, sondern direkt bei der Amazon Produktsuche. Und Produkte wie Amazon Prime, der Amazon Dash Button, Amazon Dash Wand und nicht zuletzt die Produktreihen aus dem Bereich “Amazon Alexa Enabled” festigen und bauen diesen Vorsprung weiter aus.

Die Onpage-Optimierung bei Amazon

Onpage-Optimierung gehört zu den absoluten Basics beim SEO und liegt damit natürlich auch der Optimierung bei Amazon zugrunde. Entscheidend ist die Qualität der Informationen über die angebotenen Produkte. Wie stimmig ist der Produkttitel? Ist eine sinnvolle Besetzung der Bullet Points mit Keywords erfolgt? Wie ist die Qualität der Bilder? Sind sie aussagekräftig, zeigen die notwendigen Details und verfügen über eine Auflösung von mindestens 1000 x 1000 Pixel? Wie ansprechend wirkt die Produktbeschreibung auf die potenziellen Kunden? Fragen wie diese stellt sich im Grunde auch jeder andere Shop im Web. Amazon ist eigentlich auch nichts anderes, nur eben einfach viel größer dimensioniert. So ist also für jeden Onlinehändler die Onpage-Optimierung der Startpunkt beim SEO. Mit wenig Einsatz kann relativ viel im Ranking erreicht werden. Das ist unter dem Strich ein ziemlich guter Grund, die eigenen Produktseiten unter die Lupe zu nehmen.

Amazon Optimierung / Amazon SEO
Amazon Optimierung / Amazon SEO

Wie die Suchergebnisse bei Amazon beeinflusst werden können

Suchergebnisse auf Amazon können beeinflusst werden und das geht sogar relativ einfach. Die ersten Unterschiede im Ranking zeigen sich bereits nach der Optimierung. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber Google, wo man manchmal Monate auf eine größere Veränderung im Ranking warten muss. Eine gute Platzierung zu erreichen sollte das Ziel jedes Onlinehändlers sein, denn wie eine Untersuchung mittels Heatmap dokumentiert, erhalten die ersten drei Treffer in der Produktsuche bei Amazon fast alle Klicks. Das bedeutet aber auch, dass ein Produkt sich nur an der Spitze halten kann und somit dauerhaft Umsatz macht, wenn die Performance des Händlers stimmt und viele Kunden aufgrund guter Qualität und Service eine Weiterempfehlung aussprechen.

Welche Faktoren beim Amazon-Ranking eine Rolle spielen

Um die Sichtbarkeit auf Amazon zu verbessern, hilft es, die Faktoren rund ums Ranking der Suchmaschine A9 näher zu untersuchen. Denn es gibt nicht nur Parallelen zu Google, sondern auch markante Unterschiede. Amazon muss dem Kunden ein Nutzererlebnis bereiten. Denn nur, wer zufrieden war, kommt wieder vorbei und gibt die nächsten Bestellungen auf. Der Erfolg des Nutzererlebnis wird von drei Kriterien maßgeblich beeinflusst:

Decken sich Suchanfrage und die Informationen eines Suchergebnisses?
Wie attraktiv sind die Lieferzeit und der Preis, Versandkosten eingerechnet?
Wie urteilen die Kunden in ihren Rezensionen über das Produkt?

Um all diese Kriterien zu erfüllen, müssen einige Aspekte beachtet werden. In Folge werden die wichtigsten das Ranking bei Amazon beeinflussende Faktoren vorgestellt.

Die Onpage-Faktoren bei Amazon

Suchmaschinenoptimierer kennen schon lange die Gemeinsamkeiten der Onpage-Optimierung bei Amazon und Google. Doch gibt es natürlich auch feine Unterschiede.

Die Produkttitel

Dem Kind einen Namen zu geben ist ein sehr wichtiger, wenn nicht sogar der wichtigste Rankingfaktor überhaupt. Denn wenn diese zu langweilig oder zu kompliziert formuliert ist, setzen Kunden ihre Suche fort. Ein Produkttitel ist somit entscheidend für den Verkauf. Ein guter Produkttitel ist eine optimale Mischung aus Keywords, Produkteigenschaften, überzeugenden Verkaufsargumenten, Brand und Alleinstellungsmerkmalen (Unique Selling Proposition).

Wird der Titel gestaltet, müssen sowohl Suchender als auch Suchmaschine glücklich gemacht werden. Als Faustregel gilt, dass mit 200 Zeichen alles gesagt sein muss. Das bedeutet aber nicht, dass diese Zahl immer ausgeschöpft werden soll. Wenn 100 Zeichen reichen, alle relevanten Infos zu transportieren, müssen nicht noch mehr Keywords hineingepresst werden. Zu knapp darf der Titel auch nicht sein. Da hilft also nur, eine ausgewogene Mischung aus der richtigen Länge, den besten Keywords und schlagenden Verkaufsargumenten zu finden. In den Suchergebnissen bei Amazon ist der Titel gleichzeitig auch die Klickfläche. Ist der Titel lang, steigen die Chancen auf eine bessere CTR.

Die Bullet Points

Bei Amazon können fünf Bullet Points vergeben werden und es ist sehr empfehlenswert, dieses Kontingent auch auszuschöpfen, schließlich achtet der Algorithmus auf das Keywordsetting. Bei Amazon bringen viele Keywordwiederholungen nichts, auch ein Wechsel zwischen Singular und Plural ist nutzlos. Es spielt für das Ranking weiterhin keine Rolle, wo die wichtigsten Keywords in den Bullet Points platziert werden, es ist nur wichtig, das sie überhaupt da sind. Die Nutzerfreundlichkeit hat oberste Priorität. Zuviel Informationen, schlechte Lesbarkeit und verschachtelte Sätze in der Produktbeschreibung treiben möglicherweise die Bounce-Rate nach oben, was das Produkt im Ranking schwächeln lässt. Der Leser fühlt sich dann auch schnell genervt und zieht weiter. Am besten ist es, die Produktvorteile sowie Eckdaten wie Farbe, Größe und Gewicht in den Mittelpunkt zu stellen.

Unsichtbare Keywords

Wie einst die Meta-Keywords entscheiden heute die “wichtigen Keywords”, die im Account bei den Produkteinstellungen festgelegt werden können, mit über das Ranking bei Amazon. Der Kunde sieht diese speziellen Keywords nicht und im Quelltext der Seite sind sie ebenfalls nicht sichtbar. Der zur Verfügung stehende Platz von fünf Zeilen mit jeweils 50 Zeichen sollte komplett ausgeschöpft werden. Bindestrichen versteht der Suchalgorithmus als eine UND-Verknüpfung, weshalb sich Keywords wie “Tee-Glas” besser eignen, da mit “Teeglas”, “Tee” und “Glas” drei mögliche Suchkombinationen entstehen. Um den zur Verfügung stehenden Platz optimal auszunutzen, ist es ratsam, Keywords nur durch ein Leerzeichen voneinander zu trennen. Eine regelmäßige Kontrolle schafft Klarheit über das über das Ranking der einzelnen Keywords und ob durch sie tatsächlich Verkäufe zustande kommen.

Bilder in hoher Auflösung

Gute Produktbilder in hoher Auflösung sind das Verkaufsargument im Onlinehandel schlechthin. Da hier im Gegensatz zum Einzelhandel nicht angefasst und ausprobiert werden kann, müssen die digitalen Bilder überzeugen. Auf Amazon sehen Bilder in mit mindestens 1000×1000 Pixel am besten aus. Maximal acht Bilder können hochgeladen werden, sechs sollten es auf jeden Fall sein. Das erste Bild muss besonders sorgfältig ausgewählt werden, da dieses darüber entscheidet, ob der Kunde das Produkt anklickt oder weiterzieht. Eine Chance zum Verkauf entsteht nämlich nur, wenn der Kunde die Seite auch betritt. Betrachtet er nur die Suchergebnisse, ist der Benefit gleich Null. Die hochgeladenen Bilder dürfen nicht größer als 1500 Pixel sein, ab dieser Größe schrumpft Amazon selbsttätig die Bildgröße und komprimiert sie hierbei auch automatisch, was nicht empfehlenswert ist.

Die Produktbeschreibung

Auch die Produktbeschreibung trägt mit zur Kaufentscheidung bei. In sie gehören unbedingt wichtige Keywords, selbst wenn diese hier keinen großen Einfluss auf das Ranking mehr ausüben. In der Produktbeschreibung schlägt die Stunde der emotionalen Verkaufsargumente. Der Kunde möchte persönlich angesprochen und nicht mit Features oder Produktbeschreibungen überfrachtet werden. Nach dem AIDA-Prinzip (Attention / Aufmerksamkeit, Interest / Interesse, Desire / Verlangen und Action / Handlung) verpackte positive Argumente kurbeln den Verkauf an. Die Produktbeschreibung sollte sorgfältig strukturiert und mit passenden Überschriften versehen sein.

Die Performancefaktoren bei Amazon

Amazon steigert seinen Umsatz über die Provisionsbasis nur dann, wenn viel verkauft wird. Eine Onlineoptimierung ist da gut und schön, doch der Erfolg steht und fällt mit den Produkten und der Performance des Händlers. Ausschlaggebend für die Performance sind:

Der Preis

Billig bedeutet nicht unbedingt, den Verkauf zu fördern. Amazon ist zudem nicht mehr in allem der günstigste Onlineshop. Ein schneller Check bei Preisvergleichsportalen wie billiger.de oder idealo.de zeigt sogar, dass Amazon oft bei den Teuren mitmischt. Da bei Amazon viele Händler die gleichen Waren anbieten, findet die Preiskonkurrenz hauptsächlich hier statt. Die Kunst ist es, sich mit dem Preis als Händler gut zu positionieren.

Die Lieferbarkeit

Ein optimales Shoppingerlebnis bedeutet auch, dass die Lieferzeiten so kurz wie möglich gehalten sind. Im Einzelhandel kann alles gleich mitgenommen werden. Daher sollte auch der Onlineshopper seine Waren so schnell wie möglich erhalten. Wer schnell liefert und eine gute Verfügbarkeit der angebotenen Artikel hat, steht in Sachen Performance auf Amazon schon einmal ziemlich gut da.

Die Versandkosten

Entfallen die Versandkosten, steigen die Verkaufszahlen. Diese Tatsache haben bereits einige Studien belegt. Wenn der Kunde keine Versandkosten zahlen muss, bedeutet es nicht, dass die Ware für ihn automatisch günstiger wird. Doch der Käufer hat dadurch immer das Gefühl, ein Schnäppchen gemacht zu haben und das ist für die meisten höchst attraktiv. Keine oder sehr günstige Versandkosten wirken sich bei Amazon auch aufs Ranking aus.

Das Auftreten als Händler bei Amazon

Nur ein Händler, der die Kunden zufriedenstellt, ist auf Amazon ein guter Händler und wird mit einem guten Ranking belohnt. Guter Service ist es, auf Anfragen und Nachrichten von Käufern zeitnah zu reagieren. Hier muss ein professioneller Amazonhändler schnell und zielorientiert agieren nur niedrige Responsezeiten sind gut. Wer seinen Kunden auf dem großen Marktplatz Amazon dieses Nutzererlebnis bietet und sie zufriedenstellt, kann seine Sichtbarkeit schnell erhöhen. Beschweren sich die Kunden jedoch häufig, führt dies mitunter schnell zum Ende des Händleraccounts. Wie bei allem im Leben gilt hier, dass man mit Höflichkeit und Freundlichkeit weiter kommt.

Der Verkaufsrang und die richtige Kategorisierung

Der Blick auf den Verkaufsrang offenbar die ganze Wahrheit und ist somit ein wichtiges Performance-Kriterium. Stimmen muss aber auch die Kategorie, in die das Produkt eingeordnet wird. Das passiert bei Amazon über Nodes, die Gruppierung erfolgt über eindeutige Amazoncodes. Wird ein Produkt innerhalb einer Kategorie sehr oft verkauft, kann es Bestsellerstatus erhalten. Das beschert dem Produkt nicht nur ein spezielles Icon, sondern auch eine hohe Position in den Suchergebnissen. Kunden sind Herdentiere. Sie lieben es, das zu kaufen, was andere vor ihnen gekauft und für gut befunden haben. Insofern ist der Bestsellerstatus so etwas wie ein Verkaufsmagnet.

Fulfillment by Amazon – Amazon Prime

Noch so ein Verkaufsmagnet ist das Prime-Logo neben einem Produkt. Das zeigt dem Kunden nämlich, dass die Waren noch schneller und zuverlässiger zugestellt werden. Ohne Amazon Prime werden die Artikel ähnlich schnell zugestellt, aber für die Conversion erweist sich dieses Fulfillment by Amazon als ein immenser Rankingvorteil. Hintergrund ist, dass Amazon bei Prime noch mehr mitverdient und die damit ausgezeichneten Artikel natürlich bevorzugt präsentiert. Fullfilment by Amazon / Amazon Prime, ist allerdings nur für Händler interessant, die mit sehr großen Kontingenten arbeiten, denn der Service ist verhältnismäßig teuer, bietet aber eine Chance die Umsätze zu erhöhen.

Die Produktbewertungen

Die Produktbewertungen bei Amazon als User-generated-content zu betrachten wäre eine absolute Fehlentscheidung. Sie könnten nämlich extrem wichtige Verkaufsargumente sein, Der Konjunktiv “könnte” deshalb, weil nicht jede Kundenbewertung für andere User einen Nutzen hat. Nur eine Rezension, die von anderen Kunden als hilfreich empfunden wird, kann die Verkaufszahlen steigen lassen. Dabei ist irrelevant, ob der Rezensent das Produkt auch wirklich bei Amazon gekauft hat oder nur seine Meinung schreibt. Wichtig ist nur, dass eine Kundenbewertung für potenzielle Käufer einen Mehrwert bietet. Natürlich spielen auch Faktoren wie Anzahl und Aktualität der Gesamtbewertungen eine Rolle, doch wird nach einer Suchanfrage häufig das angeklickt, was auch viele gelbe Sternchen hat. Amazon lässt in sein Ranking auch die Click Through Rate (CTR) einfließen.

Die Händlerbewertungen

Viele Händler offerieren mit 20 oder sogar 50 Mitbewerbern das gleiche Produkt, diese werden dann in der sogenannten Buy-Box gebündelt. Hier gilt es, die eigenen Produkten ganz oben / es als erster in die BuyBox zu schaffen. Das bedeutet, oberhalb der „Bullet Points” in der “Neu ab”-Liste als aktiver Verkäufer gelistet zu sein. In der Händlerbewertung geben die Kunden ein Feedback zur Performance des Verkäufers ab. Die Kriterien hier sind Ablauf und Schnelligkeit der Kommunikation, Verhalten bei Retouren oder Lieferzeit. Nur gut bewertete Händler schaffen es in die BuyBox. Der wirtschaftliche Erfolg steht und fällt also mit der Zufriedenheit der Kunden. Im Gegensatz zur Produktrezension darf eine Händlerbewertung nur nach einer Bestellung abgegeben werden. Wird hier versucht zu schummeln, wird möglicherweise der Händleraccount gelöscht. Eine Reaktivierung des Accounts ist schwer bis nahezu unmöglich.

Rücksendequoten

Nur wenn ein Kauf erfolgreich war, verdient Amazon. Schickt der Kunde die Ware zurück, muss der Kaufpreis erstattet werden und es gibt keine Provision. Deshalb bevorzugt das System Händler, die niedrige Rücksendequoten haben. Käufer, die oft Waren zurücksenden, sind unzufriedene Käufer. Möglicherweise hält sie das ganz von weiterem Shopping bei Amazon ab, was dem Marktplatzgiganten natürlich nicht gefällt. In den einzelnen Sparten sind die Retourenquoten sehr unterschiedlich. Bis zu 50 % Rücksendungen erfolgen bei Kleidung, Schmuck und Accessoires, während Elektroartikel nur eine Retourenquote von 10 % haben. Jede Rücksendung zieht das Ranking nach unten, wenn ein Produkt häufig zurückkommt, sollte es aus dem Sortiment genommen werden.

Die indirekten RankingFaktoren

Amazon ist auch das Nutzerverhalten wichtig, denn der Customer Journey entscheidet, ob ein Produkt gekauft wird oder nicht. Deshalb fließen indirekte Faktoren ebenfalls mit in das Ranking ein.

Die eigene Performance bei Amazon / Die Click-Through-Rate

Amazon misst, wie oft und mit welcher Verteilung die User in den Produktlisten bestimmte Ergebnisse klicken. Die meisten Klicks entfallen dabei auf die ersten drei Suchergebnisse. Wie Untersuchungen mit Klick-Heatmap gezeigt haben, ruft ein Kunde in spe äußerst selten die zweite und dritte Seite oder sogar noch weiter hinten auf. Ein Händler verkauft also nur dann erfolgreich auf Amazon, wenn er es schafft, sich und sein Produkt in der Top 3 zu etablieren. Das ähnelt dem Konventionellen SEO, denn auch bei Google haben die ersten drei die Nase vorn.

Die Verweildauer

Wenn die Qualität der Produktinformationen oder der Bilder nicht stimmt, Produktbeschreibungen sprachlich oder inhaltlich mangelhaft sind, zieht der Nutzer schnell weiter und ein anderer Artikel steht im Fokus. – Entweder wählt der Kunde den Weg zurück zu den Suchergebnissen oder es wird eines der Cross-Selling-Angebote unterhalb des Einkaufsbuttons (In den Einkaufswagen) angeklickt. Das Ranking wird ebenfalls von niedrigen Verweildauern auf den Artikelseiten in Mitleidenschaft gezogen. Der Händler muss daher alles versuchen, um eine hohe Bounce-Rate oder Abbruchquote zu vermeiden. Aus diesem Grund müssen die Produktinformationen einer ständigen Qualitätskontrolle unterzogen werden.

Die Conversion

Klickrate und Verweildauer gut, alles gut? Schön, wenn es so einfach wäre. Denn dadurch ist noch kein Verkauf zustande gekommen. Das Ziel, im Onlinehandel ist die Conversion, was so viel wie die aufgegebene Bestellung bedeutet. Klicken die Nutzer ein bestimmtes Produkt aus den Amazon-Suchergebnissen häufig an und sehen sich ausgiebig auf der Seite um, bestellen aber im Verhältnis sehr wenig, bedeutet das ein Sinken der Conversionrate und somit auch des Rankings. Ein Amazonhändler ist daher gut beraten, die Conversionrate immer im Auge zu behalten und seine Produkte zu optimieren.

Die Problematik der BuyBox bei Amazon

Die wenigsten Amazonhändler befinden sich in der Lage, Produkte zu verkaufen, die außer ihnen keiner anbietet. Da viele Händler identische Produkte offerieren und sich die Shops manchmal bis aufs Haar gleichen, herrscht ein ständiger Preiskampf.
Je nachdem in welcher Produktkategorie ihre Artikel offeriert werden, verlangt Amazon bis zu 20% Provision pro verkauftem Artikel. Da die Marge durch den ewigen Preiskampf sowieso schon geschröpft ist, kommt unter dem Strich vielleicht noch ein kleiner Ertrag im einstelligen Prozentbereich herum. Um sich einen Platz in der BuyBox zu erobern, ist der Preis der ausschlaggebende Faktor. Da schnappt dann die Preisfalle zu. Um in die BuyBox zu gelangen, müssten die Produkte billiger angeboten werden, aber das ist den Händlern nicht möglich, da ein kleiner Gewinn wenigstens noch sein muss.
Es geht jedoch auf Amazon auch, ohne sich von der BuyBox die Nerven kaputtmachen zu lassen. Eigene Artikel lassen sich nämlich durchaus erfolgreich verkaufen.

Amazon-Rezension = Google Backlink

Zwei wichtige Komponenten tauchen auf, sobald es in einem Gespräch um SEO geht. Zum Einen die Onpage-Optimierung und zum Anderen die Offpage-Optimierung. Eine Onpage-Optimierung ähnelt sich bei Amazon und bei Google sehr. Die Inhalte werden gemäß diverser Metriken aufgewertet. Dazu zählen mehr oder relevantere Keywords, ein Text, der hochwertig und gut lesbar ist, angepasste und optimierte Bilder und Videos und die semantische Suche. Google spricht in der Rubrik Offpage-SEO nur von Backlinks, die das Ranking beeinflussen können und auf die eigene Internetpage verweisen. Bei Amazon gibt es keine Backlinks. Diese Funktion erfüllen bei dem Onlinemarktplatz die Rezensionen. Die haben nämlich genauso einen Einfluss auf die Positionierung in den Suchergebnissen. Backlinks bei Google und Rezensionen funktionieren natürlich komplett anders, aber sie haben einige überaus interessante Gemeinsamkeiten:

Die Qualität ist das entscheidende Merkmal, nicht die Quantität

Backlinks und Rezensionen hat man als Händler nicht in der Hand. Beides wird komplett von außen erzeugt.
Das Suchmaschinenranking wird nachhaltig nur von relevanten Bewertungen und Backlinks repräsentativ beeinflusst. Sollten selbst Links oder Rezensionen und Bewertungen erzeugt werden, droht eine Strafe, die zur kompletten virtuellen Unsichtbarkeit führen kann.

Aufgrund ähnlicher Voraussetzungen, aber auch Risiken und Nebenwirkungen kann man das SEO bei Amazon bezüglich der Produktbewertungen durchaus als Offpage-Optimierung bezeichnen, auch wenn die Rezensionen selbstverständlich Onpage auf der Seite des jeweiligen Produktes angezeigt werden. Wie beim Linkbuilding auch, ist es definitiv nicht empfehlenswert, seine Seite mit übermäßig vielen und vor allem irrelevanten Bewertungen zu überfrachten. Denn der Internetgigant Amazon versteht bei vielen Dingen überhaupt keinen Spaß. Wird gegen die Regeln verstoßen, sinkt im besten Fall nur das Ranking ab. Oft genug kam es in der Vergangenheit jedoch schon zur kompletten Löschung des Händleraccounts seitens Amazon. Bei Amazon die Tür unmissverständlich gezeigt zu bekommen, bedeutet für viele der dort aktiven Händler den wirtschaftlichen Totalschaden und finanziellen Ruin. Möchte ein Händler nach solch einem Erlebnis zurück auf den Marktplatz, ist der Weg steinig und sehr umständlich oder sogar total versperrt. Wer die Regeln bei Amazon kennt und danach spielt, hat auf der Plattform allerdings überhaupt keine Probleme. Doch wenn in den Augen des Onlinegiganten nicht fair gespielt wird, ist der Händleraccount schnell geschlossen und wird so ohne Weiteres nicht mehr reaktiviert. Das Optimieren auf Lücken hat schon bei Google langfristig nicht funktioniert, bei Amazon wird es ebenso wenig klappen.

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